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Autor Thread: Briol - Hugenotten?  (gelesen 85 mal)
briolb
Nachrichten: 1


« der: 11 Januar 2017, 19:12:55 »

Hallo,

mein Nachname ist Briol und ich bin aufgewachsen mit der Geschichte, dass der Name von Hugenotten stammen würde. Nur habe ich große Probleme, diese Behauptung auch zu belegen. Vielleicht hat jemand hier eine Idee, wo ich den fehlenden Link finden kann. Meine Vorfahren waren alle katholisch, soweit ich bisher zurück kam, meistens gegen 1620 - 1680.

Hier ist das, was ich bisher kenne:

Mein Vater stammt aus dem Sudetenland, genauer aus Triebitz, Kreis Landskron im böhmisch-mährischen Grenzgebiet. Er wurde nach dem Krieg zu einem Heimatvertriebenen. Zu Hause waren seine Vorfahren Bauern und sind unter demselben Familiennamen seit 1712 auf demselben Hof gewesen. Ansonsten habe ich die Linie über katholische Kirchenbücher zurück bis ca. 1600 in Triebitz. Der Name ist im 17.Jahrhundert mehrfach in dem Ort vorhanden, sowohl aufgrund des Grundbuches als auch aufgrund der katholischen Kirchenbücher nachweisbar.

Aber, die Erklärung, der Name wäre hugenottischer Abstammung hält sich zäh. Bisher konnte mir keiner erklären, warum Leute, die aufgrund ihres Glaubens über 1000 km geflohen sind, nun doch wieder katholisch geführt werden. Einzige Ausnahme war eine Familie Briol, die ich im 17. Jahrhundert im Grundbuch aber nicht in den Kirchenbüchern fand.
Im Nachbarort Abtsdorf, Kreis Zwittau, Mähren, wurden die Nachnamen anders betont. Dort wurden die Namen vorne härter ausgesprochen, hinten mehr gedehnt, also eher mal Prihol, Briohl geschrieben. In Triebitz wurde vorne weicher gesprochen und hinten schneller, also schon mal als Brioll oder Bryoll im 17.Jhd. geschrieben. Im 20. Jhd waren die beiden Varianten meist auf Briol notiert. Auch dort habe ich viele Briols in den katholischen Kirchenbüchern seit 1623, so wie auch in diversen anderen Orten in der Umgebung.

Sowohl die Zeitschiene, wann der Name in Böhmen beurkundet ist, als auch die Tatsache, dass sie katholisch geführt wurden, geben mir zu denken und stellen für mich die tradierten Überlieferungen in Frage. Der Name klingt sehr französisch, auf jeden Fall. Aber außer ihm gibt es nicht wirklich andere Namen in dem Ort, die ebenfalls französischen Ursprung haben könnten. Eventuell noch Tschöpel = Chapel (tschechisch: Czepl).

Wenn jemand da etwas Licht hinein bringen könnte, wäre eine über 30-jährige Suche belohnt.

Vielen Dank,  Birgit Briol
jpbx
« Antworten #1 der: 14 Januar 2017, 16:13:41 »

Hallo Birgit,

Ihre 30 jährige Familienforschung hat ein Ergebnis gebracht, das sicherlich dokumentierbar und damit belastbarer ist als jede Überlieferung.

Auch aus meiner Sicht erscheint es unwahrscheinlich, dass Menschen, die 1620 im heutige Tschechien beheimatet waren und deren Nachkommen bis heute von dort nachgewiesen sind, hugenottisch sein könnten. Dass sie aus französischem Gebiet zugewandert sein könnten, ist deshalb nicht auszuschließen.

Landesflucht wegen religiöser Verfolgung gab es tatsächlich auch schon vor 1685. Mir ist aber kein Hinweis in Erinnerung, der franz. Glaubensflüchtlinge um diese Zeit in Böhmen erwähnt.

Sie können sich nur an den von Ihnen erforschten Fakten orientieren. Und die sagen, dass Ihre Vorfahren katholisch getauft wurden. Vielleicht gab es keine protestantischen Gemeinden dort? Und Taufe war zu dieser Zeit wichtig.

Der Familienname BRIOL klingt französisch und kommt lt. Geneanet (http://de.geneanet.org/familiennamen/) auch heute noch reichlich dort vor.

In deutschen Listen konnte ich Ihren Familiennamen nicht finden. In der Brandenburger Kolonieliste von 1699 gibt es BRIOLET und Zamorra kennt nur BRION und BRISON.

Momentan kann ich nichts zur Lösung Ihres Problems beitragen.

Freundliche Grüße von einem Hugenottennachkommen
Jürgen
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