Marie Marvingt, die Braut der Gefahr

Eingestellt von Jean-Yves am 06.03.2024

Der 8. März ist der Weltfrauentag (Internationale Tag der Frau) und wir möchten Ihnen diese Woche von einer Superwoman berichten, die heutzutage weitgehend in Vergessenheit geraten ist : sportiv, Pilotin, Anwältin und Ärztin bei der Luft- und Raumfahrtmedizin, die Braut von Gefahr- und Risiko, Marie Marvingt !

Marie Félicie Elisabeth Marvingt wurde am 20. Februar 1875 in Aurillac, einer Stadt in der Region Auvergne in Frankreich, geboren. Ihre Eltern, Felix und Elisabeth, aus Metz im Departement Moselle in Lothringen (heute : Lorraine), hatten vor dem französisch-preussischen Krieg von 1870 bereits drei ihrer Kinder verloren. Auf der Flucht vor der Besetzung, durch die Preussische Armee, ließen sie sich zeitweilig in der Region der Auvergne nieder. Als Marie fünf Jahre alt war und die Familie sich um einen Sohn, mit dem Vornamen Felix vergrößert hatte, kehrten sie zurück nach Metz. Marie lernte in einer deutschsprachigen Schule, wärend zu Hause französisch gesprochen wurde. Ihr Vater Felix, ein sportbegeisterter Postbeamter, ermutigt Marie sehr früh schwimmen zu lernen. Sehr bald, Vater und Tochter, versuchen gemeinsam verschiedene Sportarten. Über Billard und Boxen, bis hin zu Jagd und zum Angeln.

Ansiedlung in Nancy in Lothringen

1899, nach dem Tod von Elisabeth, der Mutter von Marie, lässt sich Felix mit seinen Kindern in Nancy in der Lorraine (Lothringen), auf der französischen Seite der Grenze nieder. Marie verbriengt hier den größten Teil ihres Lebens. Eugene ist krank. Marie, im Gegensatz dazu, ist sehr sportlich. Sie pratikt Reitsport, Gymnastik bis hin zum Seiltanz (… in einem Zirkus ! Sie lernt dort auch jonglieren und aus der Hand lesen). Außerdem praktiziert sie Sportschießen, Tennis, Judo, Ski, Golf, Rollschuhlauf, Bogenschießen, Kanufahren, Segeln, Motorbootfahren, Tauchen, Hockey, Polo, Wasserball, Bergsteigen und andere Sportarten. Der Wettkampf begeistert sie. Sie liebte besonders das Radfahren und hat es ihr ganzes Leben lang praktiziert. Sie soll einst sogar, mit dem Fahrrad nach Neapel gefahren sein, um den Ausbruch des Vesuvs mitzuerleben. Eugene starb 1897; mehr denn je verbindet Marie und ihr Vater die Liebe zum Sport. Marie studiert Literatur, Medizin und Rechtswissenschaften und wird die Assistentin eines Chirurgen. Sie studiert Sprachen und schreibt Gedichte. Zu dieser Zeit trifft sie auch die Entscheidung, niemals zu heiraten und auch nie Kinder zu haben. « Ich werde immer Fräulein bleiben », erklärte sie eines Tages. « Ich ertrage die Fesseln der Ehe nicht und glaube, das auch kein Mann mich erträgt. Ich interessiere mich mehr für den Alpinismus als für das Geschirr ».

Diese Postkarte gibt den Namen der Person die darauf abgebildet ist zwar nicht an, aber sie stammt aus der damaligen Zeit (1910) von Marie Marvingt ! Lioran war- und ist immer noch eine beliebte Ski-Station, in der Region der Vulkane, der Auvergne (Frankreich).

Eine Superwoman des Sports

Marie machte im Jahr 1899 ihren Führerschein und fuhr, mit gültiger Fahrerlaubnis, eine Dampflokomotive und ein Dampfschiff. 1901 war sie zum ersten Mal Passagierin eines Ballons und 1907 flog sie als Pilotin bereits ihren Ballon alleine. Im selben Jahr nahm sie in Bordeaux an ihrem ersten Radrennen teil. Im darauf folgenden Jahr fuhr sie mit dem Rad, von Nancy nach Mailand und überquerte dabei die Alpen. Im folgenden Jahr wurde ihr, als Frau, die Teilnahme an der Tour de France verweigert. Sie nahm daher, inoffiziell, am Rennen teil. Im Jahre 1903, unter der Führung von Angehörigen der Familie Payot, gelingt ihr der Aufstieg vom « Dent du Géant » und der «  Aiguille du Grépon », so wie einigen anderen Alpengipfeln, darunter der « Jungfrau » und dem « Wetterhorn » in der Schweiz. 1906 nimmt sie in Paris, an einem Wettschwimmen über 12 Km in der Seine teil. Im darauf folgendem Jahr gewinnt sie den Schwimmwettkampf von Toulouse, über eine Distanz von 20 Km. Sie erkundete Grotten und versuchte sich im Landsegeln ! Sie war eine ausgezeichnete Gewehr- und Pistolenschützin. Sie gewinnt 1907 eine Medaille im schießen mit einem Flobert-Militärkarabiner. Ab 1908 gewinnt sie die Wettbewerbe von Chamois, Géradmer und im Ski-Laufen den Ballon vom Elsass (Abfahrt, Langlauf, Skispringen). Sie praktizierte auch recht erfolgreich den Schlittschuhlauf, in Schnelligkeit und Artistik. Dazu noch Schlitten und Bobsleigh. Insgesamt gewinnt sie 20 Medaillen. 1909 überquert sie den Manche an Bord ihres Heisluftballons « L’ Étoile Filante (die Sternschnuppe) » mit einen Passagier. Sie ist dabei, auf dieser 14-stündigen Reise, nur knapp, einem schweren Unfall entkommen. Sie macht später, von Holland aus, noch einmal diese Überquerung. Sie ist in fast allem, was sie unternimmt, hervorragend. Sie sammelt Preise, Medaillien und Ehrungen. 1910 verleiht ihr die französische Sport-Akademie eine Goldmedaille für “l’excellence dans tous les sports”, d.h. « für hervorragende Leistungen in allen Sportarten ». Sie war und ist die einzige Person, die diese Ehrung erhalten hat.

Der Kapitän Paul Echeman war ein intimer Freund von Marie Marvingt und sie teilten die Leidenschaft für die Luftfahrt und dem Sport. Sie verbrachten oft ihre Zeit gemeinsam in Chamonix. Er stirbt, nach einer Bruchlandung, am 14. Mai 1912 an seiner schweren Kopfverletzung.
Marie Marvingt bereitet sich am 26.Juni 1910, auf dem Pferderennplatz von Nancy, auf den Start Ihres Ballons « La Lorraine » vor, weniger als ein Jahr nach der erfolgreichen Überquerung des Ärmelkanals.
Die Antoinette ist ein Einflügler, schlank und grazil … mit der sich bereits in den Jahren vor dem Krieg, mehrere Piloten getötet haben. Gut geleitet von Hubert Latham, den sie verehrt, sowie von anderen Piloten der Antoinette, Marie macht wärend zwei Jahre mehrere hunderte von Flügen ohne Probleme. Sie ist zweimal abgestürzt, ist aber jedes mal kurze Zeit danach wieder geflogen.
Marie lernte die Flugzeugführung von Hubert Latham, der 1909 zweimal versuchte den Ärmelkanal zu überqueren, aber jedes mal wegen Probleme mit dem Treibstoff aufgeben mußte. Sechs Tage nach dem zweiten Versuch von Latham, Louis Blériot gelingt die Kanal-Überquerung. Aus der großartigen Postkartensammlung bei Geneanet – vielen Dank fichmeyer !
Marie Marvingt war bei ihren Kollegen beliebt, für ihre Energie, ihren Mut, ihre Kompetanz und ihre mitreissende Begeisterung. Dieses Foto von 1910 wurde wenige Minuten nachdem sie beim « Coupe Femina », mit 53 Minuten, einen neuen Rekord bei der Flugzeit von Frauen aufgestellt hatte, aufgenommen. Eine große Leistung, denn in der damaligen Zeit konnte ein Flugzeug leicht eine Bruchlandung machen. Dieser Rekord wurde nur zehn Tage später, von der belgischen Pilotin Hélène Dutrieu, mit einer Farman überboten !

Marie wird Pilotin

Marie ist begeistert. Im September 1909 fliegt Sie zum ersten mal, als Passagierin von Roger Sommer und entschied sofort, Pilotin zu werden . Sie lernt das Fliegen, auf einer Antoinette, mit- und von Hubert Latham, der bereits zweimal versucht hatte den Ärmelkanal zu überqueren (aber wenige Tage vor der zweiten Landung von Louis Blériot geschlagen wurde). Die Antoinette, von Léon Levasseur erdacht, gebaut und nach seiner Tochter benannt, ist ein eleganter Monoflügler ; elegant und grazieux. Die Steuerung ist nicht sehr maniable mit ihren zwei Radpaaren. Schwer zu fliegen, mehrere Piloten haben an Bord dieses Flugzeugs ihr Leben verloren, darunter Jules Hauvette-Michelin (Gabriel Hauvette) und Charles Wachter. Marie erhält ihren Flugschein mit der Nr.281 im November 1910. Sie ist die dritte Frau in Frankreich- und weltweit, die eine Fluglizens bekommt. Wenige Wochen später, Im September 1909, gewinnt sie ihre erste Trophähe, den « Coupe Femina », für einen Flug von 53 Minuten. Im Dezember 1910 schreibt sie :  « Es ist herlich ein Vogel zu sein ! ».

Marie in ihrer geliebten Antoinette, ein extrem schwierig zu fliegendes Flugzeug.

“Die Fliegerei hilft meiner Meinung nach, die besten Eigenschaften der Menschheit herauszubringen. In den Strömungn der Lüfte, wie in denen des Meeres, lernt man die Stärke des Charakters- und mutige Gelassenheit kennen. Jene die dort in die Höhe steigen, wissen niemals ob sie wieder lebend herunter kommen. Dies ständige Gefahr des Todes vor den Augen bringt oft das Beste in uns zum Vorschein.”

Marie Marvingt, 1913.

Marie Marvingt ist zweimal abgestürzt. Das erste mal zwei Jahre nachdem sie begonnen hatte zu fliegen, aber jedesmal stieg sie kurze Zeit später wieder in die Wolken hinauf. Sie machte hunderte von Flügen in ihrem geliebten Flugzeug, ohne ein einzige Problem. Sie hat sogar den weltweit ersten Flugsimulator ausprobiert. Ein Modell der Antoinette, mit seinem komplexen System der Zweiradsteuerung. Das Cockpit war einfachn ur eine halbierte Tonne. Nach 1912 flog sie eine Deperdussin auf der Basis der Anroinette, sowie gelegendlich, nach dem Krieg ab 1936, Wasserflugzeuge (Hydravion).

Das Konzept der Flugambulanz

Bereits vor Begin des Krieges, Marie – sowohl als Krankenschwester wie auch als Pilotin – dachte das Flugzeuge sehr nützlich bei der Bergung- und dem Transport von Verletzten sein können. Zu dieser Zeit vor den Hubschraubern, konnte fast jedes baumfreie Gelände als Start- und Landebahn dienen. 1913 engagiert sie den Ingenieur und Zeichner Louis Béchereau, von der Société de Production des Aéroplanes Deperdussin (SPAD), um ein Krankentransportflugzeug zu konstruieren, zu Ehren von Paul Echeman, einem guten Freund von ihr, der im letzten Jahr bei einer Notlandung umkam. Unglücklicherweise, die Verhaftung für Veruntreuung des Armand Deperdussin – Fonds, im August des selben Jahres, setzte diesem Program ein Ende. Unter der Leitung von Béchereau, produzierte die SPAD eine Anzahl von Flugzeugen, die nach dem Krieg einen großen Erfolg hatten.

Am 4. Juli 1917 legte der amerikanische General Pershing, auf dem kleinen Friedhof von Picpus in Paris, einen Kranz auf dem Grab des Marquis de Lafayette nieder. Marie war dabei anwesend und hatte das Vergnügen, Eugene Bullard, den ersten afro-amerikanischen Jägerpiloten.
Marie war in Nancy, wärend des Krieges, Krankenschwester und Pflegerin, in der Chirugie. Eines Abends verließ sie ihren Arbeitsplatz, um einen Zeppelin zu beobachten, der das Hospital nur knapp mit einer Bombe verfehlt hatte.

Übertreibungen ?

Die Abenteuer von Marie waren so erstaunlich und unterschiedlich, das die Presse sie als “la Fiancée du Danger (die Verlobte der Gefahr)” bezeichnete. Es ist daher nicht erstaunlich, dass die Presse ihre Taten oft übertrieben darstellte. Unbestritten ist, das sie im Hospital von Nancy als Krankenschwester tätig war und dieses Hospital, von einem Zeppelin aus, bombardiert wurde. Außerdem, das sie aus 2 Fahrrädern, ein Gefährt zum Transport der Verletzten gebaut hat. Es bleibt aber die Frage, ob sie an der Front wirklich, als Mann verkleidet, in den Gräben gekämpft hat. Man sagt das ein Leutnant, auf Befehl des Mareschal Foch, dieses Abenteuer ermöglicht hat. Es ist wahr, das sie eine hervorragende Gewehrschützin war, aber andererseits weiß jeder auch, ein Neuankömmling wird zuerst medizinisch untersucht. Ist es wahr das sie einen verletzten Bomberpiloten ersetzt hat ? Das sie Bomben auf die Luftwaffenbasis Metz-Frescaty der deutschen Armee abgeworfen hat? Es ist sehr wahrscheinlich, das sie als allen bekannte Pilotin und Reporterin (für den “L’Eclair de l’Est” und andere Zeitungen, meist unter dem Pseudonyme “Myriel), sowie als Bekannte vom General Foch, Zugang zu den Flugzeugen hatte. Das sie eines der Flugzeuge gestohlen hat, um damit einen Rachefeldzug, für die Bombardierung des Hospitalsin Nancy, zu unternehmen, ist nicht bewiesen. Es gibt allerdings auch keine Beweise, das ihr « Croix de Guerre (Kreuz des Krieges), für diese Aktion verliehen wurde. Der Maréchal Foch entsand sie in den italienischen Sektor, um dort eine alpine Einheit zu unterstützen.

Marie hat nach dem Krieg einige Zeit in Maroko gelebt und Reisen quer durch Afrika, dem Nahen-Osten, Europa, Nord- und Südamerika und Indien gemacht. Auf diesem Bild sieht man sie mit Frauen in Instambul, nachdem sie einen Vortrag über die Frauen in der Luftfahrt gehalten hat. Révue Aéronautique de France, Januar 1931.
Diese Gedenkbriefmarke wurde erschaffen, für den ersten internationalen Kongres der medizinischen Luftfahrt von 1929. Marie Marvingt war eine der Organisatoren dieses Ereignisses.

Die Zeit zwischen den 2 Kriegen : Marie wird Referent der Konferenziere

Der Krieg hat die Luftfahrt verändert. Die einfachen- und empfindlichen Flugzeuge der Vorkriegszeit wurden durch robustere Maschienen erstetzt. Es gibt viele Piloten, aber nur wenige Flugzeuge. Marie ist im Krieg nur selten geflogen und hat sich als Konferenziere versucht. Sie redet über die Fliegerei, den Sport, die Rolle der Frauen inder Geselschaft und andere Themen der Aktualität, meist vor einem weiblichen Publikum. Sie lebte einige Zeit in Marokko, wo sie Metallkufen für die Armee entwickel, die bald darauf auf die Flugzeuge angepasst wurden. Marie machte mehrere Rundreisen durch Afrika, Europa und Nord-Amerika (1935 und 1937). Sie hat Generationen von Frauen inspiriert. Überall wo sie auftrat, redet sie über die Flugmedizin.

Marie Marvingt, aus der ersten Generation von Pilotinnen, sowie Amelia Earhart, die ihre eigenen Rekorde aufgestellt hat, bewunderten sich gegenseitig. Dieses Foto wurde 1935 aufgenommen, nachdem Marie, in Chicago, vor der nationalen-amerikanischen Luftfahrtsgesellschaft das Wort ergreift. Marie verfasst eine berührende Trauerrede : « Die 10 Tage nach dem verschwinden von Amelia Earhart und ihrem Begleiter, waren für mich die schmerzhaftesten, die ich erleben musste ».
Marie wurde dekoriert und zum Chevalier de la Légion d’Honneur (Ritter der Ehrehlegion) ernannt, sowie 1948 zum Offizier befördert. Dieses offizielle Dokument zur Ernennung weist auf ihre Kriegserfahrungen hin. Leider konnten wir aber keine Beweise zu den entsprechenden Ereignissen finden.

Die höchste französische Auszeichnung, La Légion d’Honneur

Im Jahre 1934 erhält Marie den Orden der Ernennung zum «Chévalier de la Légion d’Honneur» und wird 1949 zum Offizier befördert.

Der zweite Weltkrieg

Nach dem erneuten Kriegsausbruch, flieht Marie von Nancy nach Sainte-Alvère in der Dordogne.

The postwar years

Sie arbeitet als Krankenschwester und erhält eine kleine Rente, dank ihrer Arbeit als Journaliste. Sie hat das große Elternhaus für sich alleine und verteiligt wild ihre Unabhängigkeit. Sie macht alle ihre Besorgungen mit dem Fahrrad. 1954 erhält sie den Preis « Deutsch de la Meurthe ». Man sagt, die US Air Force hat ihr 1955 einen Flug in einem zweisitzigen Düsenjäger angeboten. Sie interessierte sich für die Pilotage eines Hubschraubers. 1961, fliegt mit ihrer geliebten « Zephyrine » in 6 Tagen nach Paris !

Im Alter von 86 Jahren unternimmt Marie ihre letzte große Reise : von Nancy aus rollt sie wärend 6 Tage, zehn Stunden täglich, mit einem Halt alle zwei Stunden. Sie wurde beherbergt und speiste in den Aubergen. Hier auf dem Place de la Madeleine in Paris !
Im Jahr 2004 gibt es eine Briefmarke zu Ehren von Marie Marvingt, für ihre Arbeiten zum Luftrettungsdienst.

Das Vermächtnis der Marie Marvingt : Sportlerin, Pilotin, Verteiligerin des Luftrettungsdienstes

Marie Marvingt verstarb am 14.Dezember 1963, im Alter von 88 Jahren, in einem Altenheim in der Region von Nancy in Frankreich. Ohne nahe Angehörige, die Archive die sie zu Hause aufbewahrt hat, vor allem ihre Medaillien, Briefe, Fotos, das Manuskript von zwei noch nicht veröffendlichten Büchern und zwei Filmrollen, die unglücklicherweise zerstört wurden, bevor das örtliche Museum (das eine Anfrage zu diesen Archiven gemacht hatte) eingreifen konnte. Man erinnert sich heutzutage vor allem an sie, für ihre sportlichen Leistungen im Jahr 1987. Marie Marvingt wurde Posthume in der International Women’s Sports Hall of Fame aufgenommen. Sie ist ausserdem als eine Pilotin der ersten Generation weiblicher Piloten hoch geachtet. Ihr größtes Vermächtnis ist aber der unermüdliche Einsatz für eine medizinische Versorgung aus der Luft. In der frühen Zeit der Luftfahrt, schon die Idee eines Luftgestützten Krankentransport, oder spezielle medizinische Behandlungenfür Piloten, erschien lächerlich. Marie Marvingt war aber überzeugt, die Luftfahrt kann Leben retten. Obwohl ihre Piloten-Karriere nur kurz war, unterbrochen durch den 2. Weltkrieg, ihr Projekt zur sanitären Evakuierung wurde aus unterschiedlichen Gründen niemals realisiert. Die Anstrengungen, die sie im Laufe ihres Lebens auf sich nahm, um Flugzeuge für die sanitäre Evakuierung bereit zu stellen, sind immer noch gültig. Im Jahre 1923 nahm sie, im Rahmen der französischen Delegation, an der 11. Konferenz des « Roten Kreuz » in Genf teil. Sie machte dort Vorschläge bezüglich der Sanitär-Flugzeuge. Diese Vorschläge wurden 1925 eingeführt (sie wurden aber erst 1949 in den Genfer Verträgen umgesetzt). Im Mai 1929 nahm sie an dem ersten internationalen Kongress zur medizinischen Luftfahrt in Paris teil, an dem 400 Delegierte aus 40 Ländern teilnahmen. Teilnehmer aus Frankreich, Italien, Polen und Schweden. (Im selben Jahr wurde in Detroit / USA die Aerospace Medical Association (AsMA) gegründet. Sie hat heutzutage Mitglieder in 70 Ländern). Im Jahre 1931 gründet Marie den « Challenge Capitaine Echeman », um Entwickler zu belohnen, die wirkungsvoll vorhandene Flugzeuge in fliegende Ambulanzen verwandeln. Im Jahre 2005, die Medical Association (AsMA), in Zusammenarbeit mit der SOFRAMAS aus Frankreich verleihen jedes Jahr den Marie Marvingt Preis, für exeptionelle Neuerungen in der Luftfahrt-Medizin. Die Erinnerung an Marie wird von ihren Biografen, Marcel Cordier aus Nazncy und Rosalie Maggio, inzwischen verstorben, aufrecht erhalten. Sie haben 1991 ein Gemeinschaftswerk, in englischer- und französischer Sprache herrausgegeben. Straßen und Schulen tragen ihren Namen. Gedenktafeln finden sich an verschiedenen Stellen in Nancy in der Dordogne, wo sie sich lange Zeit aufgehalten hat. Ihr Grab in der Nähe von Nancy wird von Marcel gepflegt. Ein unermüdlicher Beschützer der Erinnerung an Marie.

Der Biograf von Marie, Marcel Cordier aus Nancy, wacht über ihr Grab. Photo von csemprez, einem Geneanet-Mitglied (Dankeschön)
Jedes Jahr, seit 2005, die Aerospace Medical Association, über ihr französisches Mitglied, der Société Francophone de Médecine Aérospatiale (SOFRAMAS), wählt einen Träger für den « Prix Marie Marvingt (Marie Marvingt-Preis) » aus, für hervorragende Leistungen- und Entdeckungen in der Luftfahrt-Medizin. Die Teilnehmer an der Verleihung 2023 in Nouvelle-Orléans sind von links nach rechts : Susan Northrup, MD, MPH, Präsidentin der AsMA ; David K. McKenas, MD, MPH, Laureat des Preises ; und der Dr René Germa von der SOFRAMAS.

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